Bericht Strategiewerkstatt – Vier Entwicklungsziele für Dachau AGIL

Strategiewerkstatt diskutiert über Jugendbeteiligung und Pioniere des Wandels als Vorbilder

Voraussichtlich vier Entwicklungsziele wird die neue Lokale Entwicklungsstrategie umfassen, mit der sich die LEADER-Region Dachau AGIL für die neue Förderperiode 2023 – 2027 bewerben will. Neben den Zielen Klima- und Ressourcenschutz, der Daseinsvorsorge und dem demografischen Wandel, die bereits bei den drei Online-Konferenzen erarbeitet worden sind, zählen ebenso die regionale Wertschöpfung und der soziale Zusammenhalt dazu, die nun bei der Strategiewerkstatt am 11. Mai in Bergkirchen diskutiert wurden. „Wir wollen erreichen, dass alle Menschen hier gut leben können – heute und in Zukunft“, fasste der 1. Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe, Bürgermeister Marcel Fath den Stand der Ergebnisse zusammen.

Die Polarisierung bzw. die Spaltung in der Gesellschaft hat in der letzten Zeit zugenommen, wurde zu Beginn der Diskussion als Problem festgehalten und insbesondere auf die Nachteile für Kinder und Jugendlichen beispielsweise durch die Vereinzelung abgestellt: „Deren Jugend fiel durch Corona aus“, wurde erläutert und die Gefahr bestehe, dass etwa 10 bis 15 Prozent der jungen Menschen marginalisiert werden. Manchmal fehlen Räume zum Treffen und Feiern, oft aber auch das Zutrauen, überhaupt gehört zu werden oder selber etwas auf die Beine stellen zu können, lautet eine Einschätzung.

In diesem Zusammenhang wurde auf das Beteiligungsprinzip von LEADER verwiesen und für die nächste Förderperiode vorgeschlagen, mehrere Jugendbeteiligungsprojekte durchzuführen, bei denen die Kinder und Jugendlichen professionell begleitet werden. Auch das Zutrauen in die Demokratie kann damit gefördert werden, was ebenfalls als wichtige Zukunftsaufgabe eingeschätzt wird. Für die Lokale Entwicklungsstrategie wurde als Handlungsziel aufgenommen, gemeinsam mit jungen Leuten Zukunftsperspektiven zu entwickeln: „Kein Talent darf verloren gehen.“

Auf eine rege Nachfrage in Corona-Zeiten stießen die vernetzten Jugendplätze, die in den letzten Jahren im Dachauer Land entstanden sind. Als Stärken wurden der Zweckverband Jugendarbeit und die Jugendbetreuer genannt. Probleme haben aber nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch die älteren Menschen, die zum Beispiel an einer zunehmenden Vereinsamung leiden, war ein weiterer Aspekt. Das Miteinander von Alt und Jung wurde daher ebenfalls als wichtig für die Zukunft angesehen, ebenso die jungen Familien.

Weitere Hemmnisse beim Zusammenhalt liegen heutzutage darin, dass es immer schwieriger wird, die Menschen zu erreichen oder darin, dass Vereine Probleme haben, Vorstände neu zu besetzen. Da insbesondere die Herausforderungen beim Klimaschutz, der vielen Teilnehmern ein wichtiges Anliegen ist, engagierte Menschen, Kommunen und Unternehmen braucht, wurde vorgeschlagen, über Vorbilder dafür zu werben, ins konkrete Handeln zu kommen. Bereits bei der Regionalwerkstatt am 23. Juni könnte mit einer Sammlung von „Pionieren des Wandels“ begonnen werden, wurde der Vorschlag aufgegriffen.

Weiterer Diskussionspunkt war die regionale Wertschöpfung. Kennzeichen des Landkreises sind die vielen Unternehmen „aus der Region – für die Region“. Als Beispiel wurde dazu von einem KFZ-Betrieb berichtet, der gut aufgestellt ist, keine Nachwuchssorgen hat und regional verwurzelt ist. Von Seiten der Bürgermeister wurde jedoch bemängelt, dass es schwierig sei, mit den größeren Unternehmen in Kontakt zu kommen und als zukünftiges Ziel wurde ein Dialog mit hiesigen Unternehmen notiert. Hier soll auch der Tag der Regionen stärker genutzt werden.

Positiv sind die Direktvermarkter im Landkreis, die eine breite Produktpalette von Eiern, Fleisch, Wurst, Gemüse, Obst, Gebäck oder Nudeln bis hin zum Kunsthandwerk und Geschenkkörbe anbieten. Über den Verein „DiDa“ wird ein Genussheftl mit allen Mitgliedsbetrieben herausgegeben. Da manche Ortsteile keine Versorgungsmöglichkeit mehr haben, wurde die Einrichtung eines Einkaufsbusses vorgeschlagen.

Abschließend wurde die Vernetzung thematisiert und die gute Zusammenarbeit der Kommunen z.B. im Rahmen der Westallianz München gelobt. Ein wichtiges Forum für die Lobbyarbeit bietet auch Dachau AGIL. In Zukunft möchte man die interkommunale Zusammenarbeit aber noch weiter ausbauen.