Bericht Regionalwerkstatt – Konkrete Projekte zur Untersetzung der neuen Lokalen Entwicklungsstrategie

Bei der Regionalwerkstatt für die neue Lokale Entwicklungsstrategie, mit der sich die LEADER-Region Dachau AGIL für die neue Förderperiode 2023 – 2027 bewerben will, wurde es am 23. Juni ganz konkret. Zahlreiche Projekte wurden diskutiert, mit denen die vier zukünftigen Entwicklungsziele untersetzt werden können, die bereits in drei vorangegangenen Online-Workshops und einer Strategiewerkstatt erarbeitet worden sind. Sobald die Anerkennung für die neue Förderperiode erfolgt ist, können die Vorschläge dann eventuell mithilfe des LEADER-Programms oder anderer Förderprogramme umgesetzt werden.„Wir haben schon viele gute Ideen für gemeinsame Projekte“, freute sich der 1. Vorsitzende der LAG, Bürgermeister Marcel Fath und lobte das hohe Engagement der Teilnehmer.

Zur Daseinsvorsorge und zum demografischen Wandel sowie in Ergänzung zum Bereich Wohnen wurden die öffentlichen Räume in den Blick genommen und vorgeschlagen, dass diese grüner, attraktiver und zugänglicher werden sollten und durch multifunktionale Nutzungen die Aufenthaltsqualität erhöht werden kann. Beispiele dafür sind Dorf-Treffpunkte, die in den Ortschaften gesichert werden müssten, Plätze für Spiele (Schach, Boccia), Gemeinschaftsgärten, handyfreie Zonen, Hundewiesen bzw. -parks als Treffpunkte, verkehrsfreie Tage im Ort oder „Marktplätze den Bürgern geben“. Ebenso können kleine Verkaufsstellen oder Mobilitäts-Hubs die Aufenthaltsqualität erhöhen. Um weitere Ideen zu entwickeln und umzusetzen, soll ein Best-Practice-Wettbewerb für Dorfplätze gestartet werden.

Zum Ziel Klima- und Ressourcenschutz wurden Energie-Scouts und die Ausbildung von Klimaberufen vorgeschlagen, damit der Klimaschutz nachhaltig gelebt werden kann. Bedeutung hat auch die Bewusstseinsbildung. Hierzu ist das Projekt Klimaladen in Vorbereitung, das über die Klimaauswirkungen unseres Konsums informiert. Außerdem können Ausstellungen und Plakataktionen durchgeführt werden. Auf gute Resonanz stieß der Bürgerdialog „Klimaschutz im Landkreis und in den Kommunen“. Hierzu soll ein übertragbares Format entwickelt, um den Dialog in den Kommunen fortzuführen.

Als neuer Punkt wurde die Digitalisierung aufgegriffen, die als Querschnittsthema für viele Ziele Bedeutung hat. Um die Wirtschaftskreisläufe und die Regionalvermarktung zu fördern, wurde angeregt, für „Dachau handelt“ ein Online-Bestellsystem zu entwickeln und die Informationsplattform bekannter zu machen. Für die Direktvermarkter besteht die Weiterentwicklung in einer Marktschwärmerei, also einer Kombination von Bauernmarkt und Online-Shop. Eine weitere Idee ist ein Digital-Coach, der ältere Menschen auf dem Weg in eine digitale Zukunft begleitet und unterstützt. Für den Klimaschutz wurde ein Energiepodcast vorgeschlagen und für die Mobilität eine App, um das Carsharing weiter auszubauen. Eine App kann auch für Zugezogene sinnvoll sein, die alle Informationen zur Region bündelt und auch als Partnerschafts- und Servicebörse genutzt werden kann. Um möglichst viele Digitalisierungspotenziale in der LEADER-Region nutzen zu können, wurde als erster Schritt die Bildung eines Arbeitskreises Bestandsaufnahme Digitalisierung aufgenommen. 

Ein weiteres Anliegen bei der Mobilität ist ein Nachtbus, der die Jugendlichen sicher nach Hause bringt und auch als Shuttle für Partys genutzt werden kann. 

Weitere Projektideen wurden für die Förderung des sozialen Zusammenhalts entwickelt. So wurden Open-Air- und Naturbühnen, niedrigschwellige Kulturangebote für die Jugend und Eventsonntage genannt, um lokale Initiativen bekannt zu machen. Ebenso können Landkreisbotschafter eingesetzt werden. Analog zu den vernetzten Jugendplätzen wurden „vernetzte Familientreffs“ sowie eine Ausweitung der Ferienangebote angeregt, zum Beispiel durch eine Betreuung von Bürgern oder durch die zahlreichen Erlebnisbäuerinnen. Eine weitere Besonderheit sind die vielen Dorffeste in der Region und hier wurde abschließend ein Dorf-Festival vorgeschlagen.