Bericht 1. Online-Konferenz – Gemeinsam handeln im Klimaschutz

1. Online-Konferenz diskutiert Herausforderungen und Ansatzpunkte für die LEADER-Region Dachau-AGIL

Bei der ersten Online-Konferenz am 3. März zur Auseinandersetzung mit einer resilienten Entwicklung der LEADER-Region Dachau-AGIL, die für die Erarbeitung der neuen Entwicklungsstrategie erforderlich ist, wurden Herausforderungen und Ansatzpunkte beim Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel diskutiert. Die Notwendigkeit, jetzt gemeinsam im Klimaschutz zu handeln sowie der Vorschlag, mit Hilfe des LEADER-Förderprogramms eine Plattform zu bilden, über die die Initiativen und Aktivitäten in der Region weiter vorangebracht werden können, waren wesentliche Punkte, fasste der 1. Vorsitzender der LEADER-Aktionsgruppe, Bürgermeister Marcel Fath zusammen. Auch Landrat Stefan Löwl zeigte sich zufrieden mit den erzielten Ergebnissen.

Im Klimaschutz ist schon vieles im Landkreis Dachau auf den Weg gebracht worden und es gibt zahlreiche Initiativen dazu, wurde zu Beginn der Diskussionsrunde positiv eingeschätzt. Außerdem ist Klimaschutz schon lange ein Thema im „Großraum München“ und nicht zuletzt eine globale Aufgabe. „Uns bleiben jedoch nur noch zehn Jahre Zeit zu handeln“, wurde angemahnt. Daher ist es den Teilnehmern wichtig, die Energiewende wirklich zu schaffen und den Klimaschutz konkret umzusetzen. Eine Vorreiterrolle können dabei die Kommunen übernehmen, wurde der Gedanke weitergeführt und unter anderem das Ziel aufgegriffen, mehr Häuser aus Holz zu bauen, weil Holz CO2 speichert. Aus Holz ist im letzten Jahr beispielsweise die Katastrophenschutzhalle errichtet worden und in Röhrmoos wurde eine Kindertagesstätte in Holzständerbauweise gebaut. Eine Gemeinde alleine kann den Klimaschutz aber nicht bewältigen, wurde betont. „Denn jeder kann und muss heutzutage etwas tun“, damit Klimaschutz in der Gesamtheit wirksam wird.

Ausführlicher wurde in diesem Zusammenhang die Energieberatung in den Blick genommen, die vom Landkreis und einigen Gemeinden angeboten wird, damit die privaten Haushalte Einsparpotenziale insbesondere bei Modernisierungsvorhaben nutzen können. Allerdings war das Interesse in letzten Jahren eher rückläufig und „erst durch die steigenden Energiepreise steigt es wieder an“, wurde im Chat notiert. Aktuell fehlt wohl zum Teil auch noch Personal für diese Beratungsleistungen. Als Idee wurden Informationsabende für die Bürgerinnen und Bürger genannt und sogar die Gründung einer Energieagentur ins Spiel gebracht, um Angebote interkommunal entwickeln und anbieten zu können, was effizienter gesehen wird, als wenn jede Gemeinde das Angebot selber vorhalten muss. Ein Beispiel für solch eine Agentur ist die Energieagentur Ebersberg-München und auch im Landkreis Dachau gab es bereits 2010 einen Ansatz. Ein weiterer Hinweis galt der Energieberatung in Regensburg. Außerdem sollen Beratungen zu Klimaanpassungen mit integriert werden, so etwa bei der Begrünung von Fassaden und Dächern oder bei Versiegelungen von Einfahrten.

In Bezug auf die Frage, inwieweit der Klimawandel bereits in der Region auszumachen ist, wurden wärmere Winter und eine zunehmende Trockenheit bzw. Hitze aufgezählt. Aktuelle Gefährdungen ergeben sich etwa durch Windbruch bei Bäumen oder aufgrund des Wärmeschutzes, der bei öffentlichen Gebäuden im Sommer notwendig wird, um zum Beispiel Kinder vor großer Hitze zu schützen. Die Auswirkungen durch Starkregen wurden hingegen unterschiedlich beurteilt, weil aufgrund der Topografie und durch die drei wichtigsten Flussläufe Amper, Glonn und Ilm die Region nicht so dramatisch durch Hochwasser gefährdet ist, lautete eine Meinung. Hingegen konnte ein Bürgermeister von Überschwemmungen aus Bergkirchen berichten, die größere Schäden verursacht haben und manche Bürger haben immer noch Angst, sobald der Wetterdienst starkes Unwetter vorausgesagt.

Speziell für LEADER wurde eine (Vernetzungs-)Plattform für den Klimaschutz vorgeschlagen, mit der die Initiativen und Aktivitäten zukünftig unterstützt und weiter vorangebracht werden können. Das Vorbild dafür könnte die Vernetzungsplattform Forum 1.5 in Bayreuth sein, wurde erläutert. Sinnvoll wäre es auch, Klimaschutz-Pioniere oder Lern-Orte aus der Region vorzustellen und so durch positive Beispiele und Wirkungen weitere Nachahmer zum Handeln anzuregen. Neben erneuerbarer Energie sollte auch die nachhaltige Ernährung thematisiert werden, war ein weiterer Wunsch. Darunter wird die Umstellung auf weniger Fleischverzehr und die Vermeidung von Entsorgung von Lebensmitteln verstanden. Außerdem wurde empfohlen, einen Bürgerrat einzurichten, damit Klimaschutz von allen mitgetragen wird. Eine weitere Idee stammt aus der Metropolregion Nürnberg, wo eine CO2-Challenge zum „CO2-Fasten“ anregen will und es jeden Tag eine neue Aufgabe gibt, um CO2 einzusparen: Von Fahrradfahren, klimafreundliche Ernährung oder plastikfreies Einkaufen. Eine stärke Rolle sollte zukünftig auch der Bildungsaspekt spielen, lautete ein weiterer Hinweis, „um Klimaschutz in die Köpfe zu bringen“. Neben den Schulen und Kindergärten wurde konkret dazu ein Klimaladen vorgeschlagen, der direkt bei den eigenen Verhaltensweisen und Konsumgewohnheiten ansetzt und ein grundlegendes Bewusstsein schafft. Weitere Anregungen sind Lerngemeinschaften oder Real-Labore, bei denen das gegenseitige Lernen in Bezug auf ein klimafreundliches Leben im Vordergrund steht.

Das Thema Mobilität und ÖPNV wurde am Ende nur kurz angesprochen und soll dann bei 3. Online-Konferenz genauer besprochen werden. Zunächst steht aber die 2. Onlinekonferenz am 16. März um 19:00 Uhr an. Dann wird es um die Themen Ressourcenschutz, Artenvielfalt und Kulturlandschaft gehen. Auf dem LEADER-Blog kann man sich unter https://leader-blog-dachau-agil.de/anmeldung-online-konferenz-2/ dafür anmelden     

Weitere Links aus dem Chat:

Plan A Altomünster: https://www.plana-altomuenster.de/startseite

Broschüre zum Thema Klimawandelanpassung in Kommunen: https://w3-mediapool.hm.edu/mediapool/media/fk14/fk14_lokal/forschungundprojekte/steuerung_von_klimawandelanpasusng_in_kleinen_bayerischen_gemeinden_/NEU_Infobroschuere_komm._Klimawandelanpassung_web.pdf

Leitfaden für klimaorientierte Kommunen in Bayern: https://www.zsk.tum.de/fileadmin/w00bqp/www/PDFs/Leitfaeden/ZSK-TP1_Leitfaden_deutsch_komprimiert.pdf

Energieberatung Landkreis Dachau: https://www.landratsamt-dachau.de/abfall-naturschutz-umwelt/klimaschutz/energieberatung/

Fördermöglichkeiten: https://www.landratsamt-dachau.de/abfall-naturschutz-umwelt/klimaschutz/foerderungen-im-landkreis/

Bürgerdialog Klimaschutz in Landkreis und Kommunen am 31. März 2022 um 18:00 Uhr https://www.landratsamt-dachau.de/landkreis-kultur-tourismus/landkreis/buergerdialog/termine-veranstaltungen/klimaschutz-in-landkreis-und-kommunen/

3 Gedanken zu „Bericht 1. Online-Konferenz – Gemeinsam handeln im Klimaschutz“

  1. Hallo Dachau Agil, gibt es eine Möglichkeit die Teilnehmer der ersten Online-Konferenz miteinander zu vernetzen? Vielen Dank

  2. Wir haben schon überlegt, bei der Strategiewerkstatt am 11. Mai (in Präsenz, 18-20:00 Uhr) eine eigene Gruppe „Vernetzung Klimaschutz“ zu machen. Zu spät?
    Oder können sich die Teilnehmer einfach bei Ihnen melden, liebe Frau Widmann?

  3. Hallo Frau Widmann, vielen Dank für Ihren wertvollen Hinweis! Wir finden den Vorschlag von Frau Lilienbecker gut, eine Vernetzungsgruppe im Rahmen der Strategiewerkstatt zu aktivieren. Hier lässt sich der Austausch auf persönlicher Ebene ideal vertiefen!

    Herzliche Grüße, Ihr Team von Dachau AGIL e. V.

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